• <strong>KARIES</strong>
    KARIES

Dentalkaries ist eine multifaktorielle Erkrankung infolge von Wechselwirkungen zwischen Zähnen, Speichel und oralen Mikrobiota, die als individuelle Faktoren gelten, und der Ernährung, die als externer Faktor gilt. Genetische, biologische und verhaltensbezogene Faktoren usw. können darüber hinaus ebenfalls bestimmende Faktoren sein.

Karies ist eine Infektionsform, bei der sich spezielle Bakterien auf der Oberfläche des Zahnschmelzes ansammeln und dort Säuren erzeugen, die die Oberfläche demineralisieren und ihre Zersetzung hervorrufen. Ist der Zahnschmelz erst einmal beschädigt, setzt sich die Zersetzung in den inneren Teil des Zahns fort, durch das Zahnbein hindurch bis ins Zahnmark. Wird dieser Prozess nicht aufgehalten, kann der Zahn vollständig zerstört werden. Das Fortschreiten der Karies kann unterbrochen werden, wenn das infizierte Zahngewebe mechanisch entfernt und durch ein synthetisches Material ersetzt wird, das die normale Form und Funktion der Zähne wiederherstellt.

Wenn die Karies nicht behandelt wird, dringt der Prozess in die innersten Wurzelkanäle des Zahnes bis ins Weichgewebe vor, wo eine schmerzhafte, entzündliche Reaktion einsetzt.

Karies ist weltweit eine der häufigsten Erkrankungen im Mundbereich. Sie tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen auf, kann aber jeden treffen und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

URSPRUNG

Die wichtige Rolle von Mikroorganismen bei der Entstehung der Karies wurde 1890 von Miller festgestellt. In den letzten Jahren hat man herausgefunden, dass für eine Dentalkaries hauptsächlich der Mikroorganismus Streptococcus mutans verantwortlich ist. Andere Mikroorganismen sind ebenfalls beteiligt, unter anderem Lactobacillus, Actinomyces und andere Streptococcus-Typen, aber sie spielen eine untergeordnete Rolle.

URSACHEN

Dentalkaries wird mit den folgenden Ursachen in Verbindung gebracht: 

  • Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Zuckergehalt und von kohlesäurehaltigen Getränken (Erfrischungsgetränken, deren Säuren den Zähnen schaden können).
  • Mangelhafte Mundhygienetechniken, z.B. kein Zähneputzen, die Verwendung ungeeigneter Zahnpasta oder die Nichtverwendung von Zahnseide. An manchen Zähnen lagert sich auch aufgrund ihrer speziellen Morphologie oder Stellung mehr oder weniger oraler Biofilm ab. Die hinteren Zähne (vordere und hintere Backenzähne) sind anfälliger für Karies und müssen daher sorgfältiger geputzt werden.
  • Eine Senkung des pH-Werts des Speichels beeinflusst die Entstehung von Karies.
  • Eine Ernährung mit großen Mengen an vergärbaren Kohlehydraten.
  • Lange Abstände zwischen Mahlzeiten und Zähneputzen. Je länger der Abstand, desto wahrscheinlicher ist es, dass Bakterien und Säuren die Zähne angreifen.
  • Angeborene genetische Anfälligkeit. Einige Menschen neigen eher zu Karies als andere.
  • Einschlafen mit der Flasche (bei kleineren Kindern), denn der Sauger bleibt länger als 8 Stunden mit den Palatalflächen der Vorderzähne im Oberkiefer in Kontakt. Flaschen und Gläser mit Trinkventil können ebenso eine Ursache sein.
  • Manche Medikamente verändern die Zusammensetzung des oralen Biofilms und den pH-Wert im Mund, so dass diejenigen, die sie einnehmen, anfälliger für Karies werden. Darüber hinaus ist Zucker ein Hauptbestandteil von säurebindenden Tabletten, Sirups und Hustentropfen, die oft von Kindern genommen werden. Zuckerhaltige Medikamente können besonders für chronisch Kranke und für Menschen in einer Langzeittherapie problematisch sein.
  • Weitere Faktoren, die die Kariesbildung beeinflussen, sind das Alter, der allgemeine Gesundheitszustand, Fluorid, richtige Anweisungen, der sozioökonomische Hintergrund und frühere Karieserkrankungen.

DIAGNOSE (Allgemeine diagnostische Methoden)

  • Anamnese und Art der Schmerzen: hier wird nach den Umständen des Auftretens gefragt, z.B. nach der Dauer und der Art der Empfindung, die der Patient wahrnimmt.
  • Reaktion auf Temperaturänderungen: wird in der Zahnarztpraxis getestet, indem ein kalter oder sehr heißer Gegenstand an den Zahn gehalten wird.
  • Reaktion auf elektrische Reize: ein Gleichstrom mit niedriger Spannung wird angelegt. Mit diesem Test kann man beurteilen, wie erregbar die Nerven des entzündeten Zahnmarks sind.
  • Reaktion auf Abklopfen des Zahns: eine Positivreaktion auf Abklopfen weist darauf hin, dass eine apikale Entzündung des Parodontalgewebes (Wurzelspitzenentzündung an einem bestimmten Zahn) vorliegt.
  • Röntgenuntersuchung: wird verwendet, um das Ausmaß der Kariesschäden festzustellen und um herauszufinden, ob die Entzündungsreaktion bereits das Periapikalgewebe erreicht hat.
  • Visuelle Untersuchung: wird angewandt, um Lage und Ausmaß der Schäden festzustellen.
  • Sondierung der Umgebung: Wenn eine Sondierung des Periapikalbereichs Schmerzen hervorruft, so bedeutet das, dass die Entzündung das Gewebe erreicht hat, das die Wurzelspitze (Apex) des Zahns umgibt.

BEHANDLUNG

Die Bildung des Biofilms auf der Oberfläche der Zähe erfolgt konstant, daher können Änderungen im pH-Wert durch bestimmte, in der Mundhöhle vorkommende Prozesse nicht vermieden werden. Gegen ihre Folgen kann man jedoch etwas tun, d.h. der Bildung von Karies kann man vorbeugen.

Bevor man sich auf eine Behandlung festlegt, muss zunächst das individuelle Kariesrisiko bestimmt werden.

Zur Krankheitsbekämpfung wird die Bildung des oralen Biofilms bekämpft. Den Patienten muss gezeigt werden, wie sie den Belag am besten durch die richtige Mundhygiene entfernen, indem sie jeden Tag die Zähne putzen, Fluorid anwenden (Zahnpasten, Gels, usw..), ihre Essgewohnheiten ändern - so können sie das Auftreten der Schäden verhindern oder zumindest aufschieben.

  • Fluoride, die von Fachleuten örtlich aufgetragen werden: 
Dass Fluoride das Auftreten von Kariesschäden vermindern und ihr Fortschreiten verlangsamen, ist erwiesen. Die klinischen Untersuchungen zu den unterschiedlichen Anwendungsformen und ihrer Wirksamkeit sind jedoch nicht ganz einheitlich und weisen große Unterschiede je nach Alter und Karies-Grundrisiko auf. Um so wichtiger ist daher die Anwendung der richtigen pharmazeutischen Rezeptur.

  • Fluoride, die man zu Hause anwenden kann: 
Zahnpasta mit einer Fluoridkonzentration, die die Resistenz des Zahnschmelzes gegen den Angriff durch Karies erhöhen kann. Die tägliche Anwendung einer Fluorid-Zahnpasta schützt den Zahn, weil sie den Zahnschmelz remineralisiert und Karies vorbeugt. Es wird daher empfohlen, die Zähne nach jeder Mahlzeit und besonders vor dem Schlafengehen mit einer Fluorid-Zahnpasta zu putzen.

Weitere Vorbeugungsmaßnahmen sind unter anderem die Anwendung von:

  • Chlorhexidin: reduziert nachweislich das Auftreten von Kariesschäden bei Patienten mit hohem Risiko.
  • Fissurenversiegelungen: eine Vorbeugungsmaßnahme sowohl für Erwachsene als auch für Kinder
  • Xylitol: Xylitol ist ein starker, kalorienfreier, natürlicher Süßstoff, der von kariesbildenden Bakterien nicht konsumiert werden kann, weil seine chemische Struktur fünf Kohlenstoffe aufweist, die Streptococcus mutans nicht erkennen kann. Xylitol kann die Plaquebildung verlangsamen, den Speichelfluss verstärken und die Remineralisierung anregen.
Da besonders Kinder dazu neigen, Karies zu entwickeln, müssen die vorbeugenden Maßnahmen unterstützt werden. Es wird empfohlen, schon bevor der erste Zahn erscheint, auf die richtige Mundhygiene zu achten. Säuglinge sollten bereits nach dem ersten Lebensmonat dem Kinderzahnarzt vorgestellt werden. Ihren Mund sollte man täglich mit einem sauberen, feuchten Mulltuch reinigen. Wenn die Milchzähne durchzubrechen beginnen, reinigen Sie diese dreimal täglich mit einer kleinen Bürste mit weichen, abgerundeten Borsten.

Ausschlaggebend ist, dass der Patient selbst mitarbeitet. Jeder kann lernen, die Entwicklung und das Fortschreiten der Karies selbst zu kontrollieren, indem er die oben genannten Kontroll- und Vorbeugungsmaßnahmen befolgt.

Es wird empfohlen, für eine gute Mundgesundheit alle 6 Monate oder einmal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen.

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